Mein Kind ist sechs und macht nachts noch ins Bett. Ist das normal?
Ja, Bettnässen ist in diesem Alter häufig, und in den allermeisten Fällen ist niemand schuld. Nachts trocken zu bleiben hängt von Dingen ab, die ein Kind nicht mit Willenskraft steuern kann: wie viel Urin der Körper nachts bildet, wie gross die Blase ist und ob das Gehirn beim Signal einer vollen Blase aufwacht. Das reift in unterschiedlichem Tempo, und Bettnässen liegt oft in der Familie. Viele Kinder werden in den folgenden Jahren von selbst nachts trocken. Das Wichtigste, was du tun kannst, ist dein Kind vor Scham zu schützen. Nie bestrafen, necken oder vergleichen, und achte darauf, dass auch Geschwister das nicht tun. Bleib praktisch und ruhig: ein wasserdichter Matratzenschoner, ein Ersatzpyjama in Reichweite und ein einfacher Ablauf, um die Bettwäsche gemeinsam und ohne Aufhebens zu wechseln. Ermutige dein Kind, tagsüber regelmässig zu trinken und in den letzten ein, zwei Stunden vor dem Schlafen weniger, und kurz vor dem Einschlafen noch aufs WC zu gehen. Nachtwindeln oder Pants sind in Ordnung, wenn alle dadurch besser schlafen. Für Übernachtungen oder Lager kann ein diskreter Plan deinem Kind Sicherheit geben. Sag deinem Kind, dass viele Kinder in seinem Alter dasselbe erleben.
Wann du Hilfe holen solltest
Geh zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt, wenn dein Kind ein halbes Jahr oder länger zuverlässig trocken war und wieder einnässt, auch tagsüber nass wird, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlösen hat, auffällig viel trinkt oder Wasser löst, stark schnarcht, Verstopfung hat oder sehr darunter leidet. Ab etwa sieben kannst du auch ohne diese Zeichen nach Behandlungsmöglichkeiten fragen.
Diese Antwort ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche oder psychologische Beratung. Aktualisiert:
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