2 bis 12 Jahre

Mein Kind will ständig Bildschirm und flippt aus, wenn ich ihn ausschalte. Ist das normal?

Das ist sehr verbreitet und heisst weder, dass dein Kind süchtig ist, noch dass du versagt hast. Apps, Videos und Games werden von fähigen Leuten so gebaut, dass man schwer aufhören kann, und die Selbstkontrolle von Kindern entwickelt sich noch. Ein Ausraster beim Ausschalten hat oft mehr mit dem abrupten Übergang zu tun als mit dem Bildschirm selbst. Die Frage ist weniger «wie viele Minuten» als «was, wann und anstelle wovon». Kinderärztliche Empfehlungen raten für Babys und Kleinkinder meist zu wenig oder gar keiner Bildschirmzeit ausser Videoanrufen und für kleine Kinder zu begrenzten, guten Inhalten, am besten gemeinsam angeschaut. In jedem Alter sollten Bildschirme nicht Schlaf, Bewegung, Spiel, gemeinsame Mahlzeiten und echte Gespräche verdrängen. Was hilft: klare Familienregeln, die im Voraus abgemacht sind, ein sichtbares Ende («nach dieser Folge»), eine Ankündigung ein paar Minuten vorher und eine nächste Aktivität, die bereitsteht. Bildschirme nachts nicht im Kinderzimmer und nicht am Esstisch, auch die Handys der Erwachsenen nicht. Schau oder spiel manchmal mit und frag, was deinem Kind daran gefällt. Kinder übernehmen unsere Gewohnheiten, also gehört dein eigenes Handy auch zum Plan.

Wann du Hilfe holen solltest

Sprich mit der Kinderärztin, dem Kinderarzt oder einer Psychologin, wenn Bildschirme über Wochen Schlaf, Schule, Freunde oder Bewegung verdrängen, wenn dein Kind bei jeder Begrenzung aggressiv oder tief verzweifelt wird, wenn es in Bildschirme flüchtet, um Traurigkeit oder Angst auszuweichen, oder wenn du vermutest, dass es online gemobbt oder von Fremden kontaktiert wird.

Diese Antwort ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche oder psychologische Beratung. Aktualisiert:

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